XM Architekten

Sechs spezifisch gegliederte Baukörper die sich mit ihrer Umgebung verzahnen prägen das Bild der neuen Bahnhofstrasse. Deren Haupteingänge schaffen einen neuen Auftritt an der Strasse und formulieren eine klare Hauptadresse für jedes Wohnhaus. Die an die Strasse grenzende Vorzone der Häuser weitet sich in deren Zwischenräumen zu Orten der Begegnung und des Verweilens auf mehrfach und sanft abgetreppten Terrassen.
Das städtebauliche Konzept kommt zurück auf die ursprüngliche Idee der denkmalgepflegten Schulanlage aus den 1930er Jahre wobei das Schulhaus als «Solitär im Garten» gestaltet wurde. Der Anbau der 1970er Jahre hat hingegen eine starke Strassenfront erzeugt. Nun wird mittels alternativer Positionierung des Ersatzneubaus der Schulcampus gemäss dem alten Modell vervollständigt.
Dem Masterplan der städtebaulichen Entwicklung «Salinenring» liegt eine einfache räumliche Gliederung zugrunde, die den baulichen Bestand sowie die vorhandene Verkehrsinfrastruktur integriert und langfristig sinnfällig mit dem neu entstehenden Stadtgebiet verwebt.
Schulanlage Christoph Merian / Basel (BS)
Das Konzept basiert auf die Art der Relationalisierung. Es setzt die Elemente des offentlichen Ensembles Gellert in Beziehung miteinander: die zwei Schulhäuser jenseits der Schulwiese, wie auch der Schulcampus und der Christoph-Merian-Platz mit der Gellert Kirche sind von ihrem Vis-à-Vis geprägt. Unser Entwurf stärkt diese kohäsiven Beziehungen und implementiert deren Logik für die interne Organisation des erweiterten Christoph Merian Schulhauses und bestärkt das Schulhaus als Teil des öffentlichen Ensembles.

Der im ursprünglichen Bebauungsplan von Herman Baur zentral angelegte grosszügige Freiraum wird als städtebauliche Qualität respektiert und bleibt als kohäsives Element und nutzbarer Aussenraum für den Schulcampus erhalten. Zugleich erlaubt das Konzept einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Land: eine zukünftige Erweiterung des Lehrraumes bleibt somit möglich.

Die zwei Häuser –Wohnhaus und Atelier– bilden eigenständige Solitäre, unterschiedlich im Volumen und Materialisierung der Fassaden. Dennoch gehören sie eindeutig über ihre Formensprache und Detailausbildung zusammen und werden unmissverständlich als Ensemble gelesen – sowohl in ihrer Beziehung zueinander als auch als räumlicher Abschluss der Quartiersstrasse.
Das räumliche Konzept dieses provisorischen Künstlerateliers ging von der Aneignung der gesamten Fläche des Zürcher Münsterhofes aus. Indem ein intimer Ort des Rückzugs auf einen zentralen, historisch bedeutenden Platz gestellt wurde, brach das Projekt die Grenzen zwischen privat und öffentlich durch und erreichte einen intimen, trotzdem inklusiven Raum.
Dieser Masterplan interpretierte die Zürcher Überlandstrasse als komplementärer Raum der Stadt. Der Ort verfügt über eine spezielle Topologie: weder die «Grosssiedlung» noch der «Logistikriese» soll hier entstehen. Hingegen schlug das Projekt ein hybrides Stadtquartier mit der Koexistenz von preisgünstigem und nichtsdestotrotz qualitativem Wohnraum und Gewerberaum vor, als Gegenthese zum heutigen städtebaulichen Paradigma monokultureller Arealbebauungen.
Quartierszentrum / Warschau (PL)
2017
Ein durch private Investorin gegründeter Ort für die Nachbarschaft in einem Warschauer Plattenbauquartier. Das Programm ist wandelbar und sehr breit gefächert: vom Kunstunterricht bis zur Fitness-Stunde, vom Café bis zum Vortrag.

Diese Vielfältigkeit wiederspiegelt sich im räumlichen Konzept: Bereiche für einzelne Aktivitäten können durch schwere, akustisch wirksame Vorhänge fexibel definiert werden. Die Anordnung der Vorhangschienen, Beleuchtung, Lautsprecher und Lüftungsauslässe wird zu einem pragmatischen Ornament an der mit dem groben Akustikputz belegten Decke komponiert. Der Zickzackverlauf der Front unterstützt die Zonierung des Hauptraumes, während die räumlichen Grenzen durch eine transluzente Hülle optisch weichgezeichnet werden.

Schulanlage «Stadtkind» / Zürich-Seebach (ZH)
Das Areal weist einen Niveauunterschied von ca. 4.50 m auf. Das Projekt nutzt diese topographische Eigenschaft um das urbane Schulhaus auf einem baulichen Sockel zu setzen. Der dem Strassenraum zugewandte Teil des Sockels wird als konstruktiv und funktional eigenständige vermietbare Fläche in Verfügung der Immobilienverwaltung der Stadt Zürich konzipiert. Diese Räume stehen für quartiersorientierte öffentliche Nutzungen zur Verfügung.

Der Weg von der Strasse zum Klassenzimmer wird als eine Raumsequenz entworfen, in welcher der Massstab und Öffentlichkeitsgrad schrittweise verkleinert werden und zugleich der für die Kinder attraktive Bezug zum metropolitanen Leben nicht verloren wird. Diese Sequenz setzt sich im Inneren des Gebäudes fort und findet ihren Abschluss in dem, auf das Bedürfnis der Geborgenheit und des überschaubaren Umfeldes konzipierten Klassencluster.

Beim Umbau und Erweiterung eines Mehrfamilienhauses mit 23 Mietwohnungen in Oberwil haben wir mittels innovativer Entwurfslösungen eine radikale räumliche und technische Aufwertung des Hauses erreicht, ohne dabei die Wohnungsmieten über das mittlere Preissegment steigen zu lassen.
Schulhaus «Bieberschwanz» / Gelterkinden (BL)
Der geplante Annex mit Aula und Bibliothek wird zu einer Einheit mit dem bestehenden Schulhaus, ohne seine Eigenständigkeit zu verlieren. Er wird zu einem neuen Wahrzeichen der Schule und fasst räumlich deren Eingangsbereich. Seine markante Dachfläche stellt in ihrer Form und Materialisierung eine zeitgenössische Interpretation der traditionellen Bauform des bestehenden Schulhauses dar.

Der deutliche Dachüberstand schafft in Verbindung mit der durchgehenden Verglasung einen fliessenden Übergang zwischen dem Innenraum der Aula und den Aussenräumen. Die Dachoberfläche wird mit dunklen und unregelmässig gebrannten keramischen Biberschwanz-Dachschindeln belegt. Das den Bauvorschriften streng folgende Bauvolumen wird als gestalterisches Potential mit architektonischen Themen belegt und ermöglicht im Sinne des Baugesetzes eine optimale Eingliederung in seine Nachbarschaft.

Beim Ersatzneubau eines Zweifamilienhauses in Zürich-Höngg führt die Konfrontation der maximalen Ausnützung und Gebäudehöhe mit der polygonalen Geometrie der Parzelle und der inneren Zellenstruktur zu einer Gliederung des Volumens in unterschiedlich ausgerichtete, verschachtelte Fassadensegmente.
Das neue Bildhaueratelier und die existierende Werkstatt definieren einen gemeinsamen zentral gelegten Aussenraum, der für alle die Möglichkeit bietet im Freien zu arbeiten und einander zu treffen. Der kooperative Arbeitsmodus des Künstlers Paweł Althamer wiederspiegelt sich in einer klaren, dennoch nicht trennenden Abstufung der Privatzonen – vom gemeinschaftlich genutzten Hof, über Räume für plastische Gruppenarbeit, bis zu einem kleinen, versteckten Raum des Rückzuges.
Ziel dieses Projektes war für die Büroetagen des in den 1950-er Jahren erbauten Geschäftshauses eine neue Eingangshalle, wie auch einen neuen Innenausbau der Büroräumlichkeiten zu erschaffen.
Im Ursprung des Projektes stand das Bestreben, vielmehr einen Ort, als ein Objekt zu erschaffen. Nicht ein Haus auf dem Grundstück zu bauen, sondern das Grundstück selber zum Haus werden zu lassen. Seine gesamte Oberfläche wird als Lebens- und Arbeitsraum seiner Bewohner verstanden – eine nicht hierarchische Sammlung von Innen- und Aussenräumen.