XM Architekten

Asylstation Steinhausen

Auszug aus der Würdigung: «Insgesamt besticht der Projektvorschlag durch seine interessante städtebauliche Setzung, sein kompaktes Volumen und die nachhaltige Holzbauweise. Die gestaffelte, diagonal im Areal liegende Volumetrie überrascht zwar vorerst, sie erschliesst sich aber umgehend durch die Typologie der addierten Wohneinheiten, die klaren Zuordnungen der Aussenräume und das Bestreben, die Wohneinheiten möglichst lärmgeschützt anzuordnen. Der viergeschossige Baukörper mit Attika fügt sich schliesslich erstaunlich selbstverständlich in den Kontext ein und vermag auch durch seine Filigranität und Differenziertheit zu überzeugen. Die Platzierung und Staffelung des kompakten Baukörpers schafft im Zusammenspiel mit dem erweiterten Baumsaum und der Geländemodellierung eine Situation mit viel Potenzial.

Besonders wird geschätzt, dass der Durchgangsstation genügend Grünflächen angeboten werden können. Die Freiräume bilden ein fliessendes, differenziertes Kontinuum; Nischen im Baumsaum spielen mit Weite und Geborgenheit. Südwestlich des Baukörpers entstehen intimere Freiräume mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Nordöstlich des Gebäudes wird der Freiraum mit wachsendem Abstand von dem Gebäude kontinuierlich öffentlicher—von den privateren Räumen beim Haus über die Sportwiese bis zum Begegnungsraum an der Strasse, den der Entwurf explizit als öffentlichen Raum gestaltet. Entlang der Südwestfassade wird eine gerüstartige Erschliessungsfigur mit Laubengängen entwickelt. Die feingliedrige Laubengangkonstruktion wird begrünt vorgeschlagen. Es entsteht somit ein spannungsvoller, zeitgemässer Ausdruck und eine angemessene Vervollständigung des Freiraums für die Bewohnenden.»

2020, Steinhausen (ZG)
offener Projektwettbewerb, 3. Preis
Themen
Städtebau, Wohnnutzung, Dormitorium, Freiraumgestaltung
Auftraggeber
Baudirektion Kanton Zug
Zusammenarbeit
Laboratorium KLA, Zeuggin Ingenieure GmbH, Solothurn Gebäudetechnik AG; Aron Lorincz Ateliers Visualisierungen; Pfister Modellbau
Mitarbeit
Piotr Brzoza, Daniel Kiss, Sonja Marczewski, Maja Wrzeszcz